07.10.2026
Alfred Traugott Mörstedt
Alfred Traugott Mörstedt (1925–2005)
Künstler, Fantast und Wortsucher
Alfred Traugott Mörstedt zählt zu den bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten Thüringens der Nachkriegszeit. Sein vielseitiges Werk aus Malerei, Grafik, Künstlerbüchern und Batiken zeugt von einem unermüdlichen Schaffensdrang und einer außergewöhnlichen Beobachtungsgabe. Als Fantast und Wortsucher entwickelte er eine ganz eigene Bildsprache, die dazu einlädt, die Welt immer wieder neu zu entdecken.
Sein künstlerischer Weg begann 1947/48 an der Meisterschule für angewandte Kunst in Erfurt und führte ihn anschließend an die Hochschule für Baukunst und Bildende Kunst in Weimar. Die kulturpolitischen Vorgaben der jungen DDR brachten ihn jedoch früh in Konflikt mit dem offiziellen Kunstverständnis. Nach der Fortsetzung seines Studiums in Berlin-Weißensee kehrte er nach Erfurt zurück und arbeitete ab 1952 als Gebrauchswerber. Die Studienjahre in Erfurt, Weimar und Berlin prägten die kulturpolitischen Bedingungen der DDR seinen Lebensweg nachhaltig. Trotz Benachteiligungen, politischer Repressionen und zeitweiliger Ausgrenzung blieb Mörstedt seinem künstlerischen Anspruch treu. Über Umwege führte ihn sein Weg von der Gebrauchsgrafik und Textilgestaltung zur freischaffenden Tätigkeit als Maler und Grafiker in Erfurt.
Ab 1954 entwickelte Mörstedt als Entwurfsgestalter in der vogtländischen Textilindustrie abstrakte Formwelten, die ihm künstlerische Freiräume eröffneten. Seit 1960 arbeitete er freischaffend als Kunsthandwerker, Maler und Grafiker. Trotz politischer Benachteiligungen und begrenzter Ausstellungsmöglichkeiten gehörte er 1963 zu den Mitbegründern der „Erfurter Ateliergemeinschaft“, die unabhängige Ausstellungsräume für Künstler schuf.
Sein umfangreiches Werk wurde im In- und Ausland gezeigt und war unter anderem auf der VIII. und IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden vertreten. Zahlreiche Künstlerbücher, Werkverzeichnisse und Grafikmappen dokumentieren seine unermüdliche schöpferische Tätigkeit. Erst 1996 wurde Mörstedt offiziell als politisch Verfolgter rehabilitiert.
Bis zu seinem Tod am 8. April 2005 in Erfurt blieb Alfred Traugott Mörstedt ein rastlos Suchender. Seine letzten Arbeiten für das Künstlerbuch „Salto mortale“ (burgart-presse) zeugen von einer ungebrochenen schöpferischen Kraft und dem stetigen Wunsch, neue künstlerische Ausdrucksformen zu finden und bleibt aufgrund seines plötzlichen Todes unvollendet. Seine letzte Ausstellung wurde im April 2005 im Thüringen Landtag eröffnet. Und hier schließt sich der Kreis.
Die Ausstellungseröffnung findet am 10. November 2026, um 17 Uhr im Thüringer Landtag statt.
Sie ist bis zum 3. Januar 2027, täglich (außer an Plenartagen) von 8 bis 18 Uhr im Funktionsgebäude des Thüringer Landtags zu sehen. Der Eintritt ist frei.