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Landtagspräsident gegen Verharmlosung der DDR-Diktatur

16.06.2017

Carius gedenkt der Opfer des SED-Unrechts

„Wir begehen heute zum zweiten Mal den Gedenktag für die Opfer des SED-Unrechts. Gerade weil die Freiheit für uns selbstverständlich ist, bleibt es unsere Aufgabe, sich mit den Opfern der DDR-Diktatur heute und zukünftig auseinanderzusetzen. Das sind wir den vielen Menschen schuldig, die unter Willkür, Unrecht und politischer Verfolgung schwer gelitten haben.“ Das erklärte heute (Freitag) Landtagspräsident Christian Carius in Erfurt. Auf Initiative des Landtagspräsidenten beschloss im vergangenen Jahr der Thüringer Landtag den 17. Juni als Gedenktag für die Opfer des SED-Unrechts in den öffentlichen Fokus zu rücken. Am 17. Juni 1953 kam es in der DDR zum Volksaufstand für Demokratie und Freiheit.

„Im Irrglauben an die Unfehlbarkeit des real existierenden Sozialismus“, so Carius weiter, „wurden Regimekritiker öffentlich denunziert und in Bautzen oder Hohenschönhausen in Zuchthäuser gesteckt. Dort wurden sie körperlich und seelisch zu Grunde gerichtet. Ausreisewillige wurde weggesperrt oder an der Grenze erschossen.“ Der Landtagspräsident erinnerte in diesem Zusammenhang an insgesamt 327 Tote an der innerdeutschen Grenze. Davon waren 80 Prozent unter 35 Jahren.

Carius wendet sich auch gegen Verharmlosung von Ereignissen, für die das DDR-Regime verantwortlich war. „Wer die DDR nicht als Unrechtstaat anerkennen will, der relativiert 40 Jahre kommunistische Diktatur auf Kosten der Opfer.“

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