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Bürgerinitiative Pro Ettersberg setzt sich mit Petition durch

04.07.2018

Ettersberg: Nachhaltigere Waldbewirtschaftung

Bei der abschließenden Beratung der Petition sagte das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft gegenüber dem Petitionsausschuss des Thüringer Landtags zu, einen zuvor vom Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten erarbeiteten 7-Punkte-Plan im Rahmen der zukünftigen Bewirtschaftung des Waldgebietes Ettersberg durch die Landesforstanstalt ThüringenForst umzusetzen. Wesentliche Festlegungen dieses Plans sehen beispielsweise die Erhöhung des Abstandes von Rückegassen im Bereich der Naturschutzgebiete und in besonders sensiblen Flächen des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets auf 40 Meter vor. Zudem sollen die im Doppelhaushalt 2018/2019 bereitgestellten Mittel zur Abgeltung des Mehraufwands für die Verwendung von Rückepferden prioritär für Holzerntemaßnahmen am Ettersberg zur Verfügung gestellt werden, um den Einsatz von Schwertechnik zu verringern. Auch werden die Rückegassen im Interesse von Wanderern und Spaziergängern nicht mehr bis an die Waldaußenränder und die teils historischen Sichtachsen im Wald aufgehauen.

Hintergrund

Die Bürgerinitiative „Pro Ettersberg“ forderte mit der von über 2.000 Unterstützern unterzeichneten Sammelpetition die Einführung des sogenannten „Lübecker Modells“ zum Schutz des Waldes auf dem Ettersberg. Das „Lübecker Modell“ stellt eine besondere Form einer extensiven Waldbewirtschaftung dar und wurde auf Flächen des Lübecker Stadtwaldes entwickelt. Weiterhin setzten sich die Petenten dafür ein, dass besonders schützenswerte Flächen am Ettersberg komplett aus der fortwirtschaftlichen Nutzung entlassen werden.

Die Petition wurde auf Antrag der Bürgerinitiative unter dem Titel „Schutz des Waldes auf dem Ettersberg“ auf der Petitionsplattform des Thüringer Landtags veröffentlicht. Dort wurde die Petition zusätzlich zu den bereits vorgelegten 2.000 Unterschriften von knapp 1.000 weiteren Bürgerinnen und Bürgern elektronisch mitgezeichnet und unterstützt. Aufgrund des erheblichen öffentlichen Interesses an der Thematik hat der Petitionsausschuss eine öffentliche Anhörung zu der Petition durchgeführt. Im Rahmen der Anhörung hatten Vertreter der Petenten die Gelegenheit, die Abgeordneten und den für Forsten zuständigen Staatssekretär Dr. Klaus Sühl noch einmal detailliert in die Problematik einzuführen und ihr Konzept für eine extensive forstwirtschaftliche Nutzung des Waldgebietes Ettersberg öffentlichkeitswirksam vorzustellen.

Die abschließende Beratung des Petitionsausschusses wurde vom zuständigen Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten vorbereitet, der die Petition in zwei Sitzungen inhaltlich aufbereitet hat.

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