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Landtagspräsidentenkonferenz

12.06.2018

DDR-Zwangsumsiedlungen bleiben auf der Agenda

Heute (Dienstag) befasste sich die Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten der deutschen Landesparlamente (LPK) auf Initiative des Vorsitzlandes Thüringen mit dem Thema der aus den Grenzgebieten der ehemaligen DDR Zwangsumgesiedelten. Tagungsort der Konferenz unter Vorsitz von Landtagspräsident Christian Carius war Schloss Ettersburg.

Die Teilnehmer haben verabredet, dass sie das Thema der DDR-Zwangsumsiedlungen weiter bearbeiten wollen. Eine Beschlussfassung hierzu ist für die nächste Landtagspräsidentenkonferenz angedacht worden. Dabei soll möglicherweise auch das Thema der finanziellen Entschädigung der Opfer aufgegriffen werden. Aus den Reihen der Teilnehmer gab es zudem die Anregung, in die Bestrebungen der LPK um die Zwangsumgesiedelten die Exekutive einzubinden.

Landtagspräsident Carius sagte: „Das Schicksal der Zwangsumgesiedelten steht symbolisch für die Unmenschlichkeit der SED-Diktatur. Durch die DDR-Zwangsumsiedlungen wurden tausende Familien oft mitten in der Nacht brutal aus ihrem Zuhause verschleppt, ihrer Heimat beraubt.“

Historikern zufolge sollen insgesamt zwischen 11.000 und 12.000 Menschen zwangsumgesiedelt worden sein. Ca. 3.000 Menschen sollen sich durch Flucht aus der DDR der Zwangsumsiedlung entzogen haben. In Thüringen wurden die Zwangsumsiedlungen als Aktionen „Ungeziefer“ (1952) und „Kornblume“ (1961) bezeichnet.

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