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Petitionsausschuss unterstützt die Einwohner der Siedlung Schern bei ihrem Einsatz für sauberes Trinkwasser

15.05.2018

Die Bewohner des Ortsteils Schern von Großwechsungen (Gemeinde Werther) hatten sich mit der Bitte um Hilfe an den Petitionsausschuss des Thüringer Landtags gewandt, weil das Wasser, das sie aus eigenen Brunnen beziehen, in hohem Maße nitratbelastet ist und als Trinkwasser nicht verwendet werden darf. Die Betroffenen beklagen, dass der zuständige Zweckverband Wasserverband Nordhausen sich seiner Verantwortung entziehe und weder zu einem Anschluss der Siedlung an die zentrale Trinkwasserversorgung noch zu einer sonstigen akzeptablen Lösung des Problems bereit sei. Der Petitionsausschuss unterstützt das Anliegen der Anwohner und sieht den Zweckverband in der Pflicht, im Rahmen der Daseinsvorsorge sicherzustellen, dass die Haushalte des Ortsteils mit gesundheitlich unbedenklichem Trinkwasser versorgt werden.

Vor etwa zwei Jahren hat das Gesundheitsamt festgestellt, dass das Trinkwasser aus den Brunnen auf den Grundstücken der Siedlung extrem hohe Nitratwerte aufweist und aufgrund der davon ausgehenden Gesundheitsgefahr nicht für die Zubereitung von Speisen und Getränken geeignet ist. Seitdem decken die Einwohner ihren Trinkwasserbedarf mit  Flaschenwasser aus dem Handel. Ursache für die hohen Nitratwerte ist wahrscheinlich der ehemalige intensive Einsatz von Düngungsmitteln in der Landwirtschaft. 

Der Zweckverband lehnt einen Anschluss der Siedlung Schern an sein Trinkwassernetz ab mit der Begründung, dies sei aufgrund der geringen Anzahl der Haushalte und der Länge der erforderlichen Versorgungsleitung wirtschaftlich nicht vertretbar. Der Petitionsausschuss hat den Zweckverband daher aufgefordert, den Bewohnern eine annehmbare Alternativlösung anzubieten. In diesem Zusammenhang hat er auch einen Ortstermin durchgeführt, um sich über die Situation zu informieren und mit den Bewohnern und Vertretern des Zweckverbands das Petitionsanliegen zu erörtern. Im weiteren Verlauf zeichnete sich die Möglichkeit ab, die Siedlung über einen an geeigneter Stelle anzulegenden zentralen Brunnen zu versorgen, sofern  hierfür ein Standort mit möglichst wenig belastetem Grundwasser gefunden werden kann. Der Zweckverband hat jedoch klargestellt, dass er sich an den dafür erforderlichen Investitionen und auch an den Kosten einer zunächst benötigten Probebohrung nicht beteiligen könne, so dass die Anwohner für die Finanzierung aufkommen müssten.

Für den Petitionsausschuss ist die Haltung des Zweckverbands nicht nachvollziehbar. Er ist der Auffassung, dass dieser die Einwohner der Siedlung mit dem Problem nicht im Stich lassen darf und dafür zu sorgen hat, dass alle Haushalte im Verbandsgebiet zu vertretbaren Bedingungen sauberes Trinkwasser beziehen können. Dabei weist der Ausschuss auch auf die jährlich vom Zweckverband erwirtschafteten Gewinne hin.

Der Petitionsausschuss hat daher beschlossen, am 29. Juni 2018 um 10 Uhr im Rahmen einer auswärtigen Sitzung vor Ort ein Gespräch mit allen Beteiligten, d.h. den Anwohnern sowie Vertretern des Zweckverbands und dem Bürgermeister der Gemeinde Werther, durchzuführen. Er hat darum gebeten, dass an dem Gespräch auch Herr Minister Maier (TMIK) sowie Frau Ministerin Keller (TMIL) und Frau Ministerin Siegesmund (TMUEN) teilnehmen.

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