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Feierliche Übergabe und Ausstellung der Vernehmungsprotokolle Jürgen Fuchs an Landtagspräsident Carius

07.11.2017

Morgen (Mittwoch) werden Landtagspräsident Christian Carius, der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Christian Dietrich, und der Germanist und Deutschlandforscher Dr. Ernest Kuczyński (Lodz/Polen) die polnische Samisdat-Ausgabe Jürgen Fuchs - ProtokoƗy przesƗuchań - (Vernehmungsprotokolle), Warschau 1985, zum Gedenken an Fuchs um 16.00 Uhr in eine Vitrine im Landtag feierlich einlegen.

Die Vernehmungsprotokolle sind im September 2017 in Kooperation mit der Gedenkstätte Hohenschönhausen durch den Landesbeauftragten Dietrich neu herausgegeben worden.

Zeit: Mittwoch, 8. November 2017, 16.00 Uhr
Ort:   Erfurt, Thüringer Landtag, Foyer gegenüber der Garderobe, Jürgen-Fuchs-Straße 1

Hintergrund:
„Samisdat“ bezeichnete in weiten Teilen des Ostblocks die Verbreitung von alternativer, nicht systemkonformer Literatur auf nichtoffiziellen Kanälen, zum Beispiel durch Abschreiben mit der Hand oder der Schreibmaschine.

Jürgen Fuchs (1950 - 1999) war ein deutscher Schriftsteller, Bürgerrechtler und Vertreter der Opposition in der DDR, der auch nach seiner Zwangsausbürgerung von der Stasi im Westen weiter beobachtet und mit Zersetzungsmaßnahmen bekämpft wurde. Von Westberlin aus organisierte er ein Netzwerk des Widerstands gegen die ostmitteleuropäischen Diktatoren. Auch wenn er selbst nie in Polen war, war er dort mit seinen im Untergrund gedruckten Texten präsent und griff nach 1989 auch in die Aufarbeitung der Diktaturgeschichte in Polen ein.

Auf Antrag des Thüringer Landtages wurde am 20. Dezember 2002 zur Erinnerung an Jürgen Fuchs und zu dessen Würdigung die Straße vor dem Landtag nach dem verstorbenen Schriftsteller und DDR-Bürgerrechtler benannt.

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