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Ettersburger Gespräch - Wohin des Wegs, Europa?


Veranstaltungshinweis:

Pfingst.Festival Schloss Ettersburg 2016
ETTERSBURGER GESPRÄCH
Prof. Dr. Peter Graf Kielmansegg
Mittwoch, 18. Mai, 18 Uhr,
Weißer Saal im Neuen Schloss, Eintritt 9 €

Wohin des Wegs, Europa?
Vortrag. Und Gespräch mit Christian Carius, Präsident des Thüringer Landtages

Neben Konzerten (Jazz, Soul, Pop, Alte und klassische Musik) gehören Lesungen und Diskussionen wieder zum ebenso dichten wie abwechslungsreichen Programm des Pfingst.Festivals auf Schloss Etterburg, das vom 13. bis 22. Mai unter Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten stattfinden wird. Erwartet zu „Ettersburger Gesprächen“ werden Monika Maron, Reinhard Jirgl, Prof. Dr. Meinhard Miegel, Bernd Kauffmann, Antje Hermenau und Peter Prange. Am 18. Mai wird Prof. Dr. Peter Graf Kielmansegg zu Gast sein.

Peter Graf von Kielmansegg wurde 1937 geboren. Einer seiner Vorfahren war der Reformator Philipp Melanchthon. Sein Vater war ein deutscher General, der nach dem 20. Juli 1944 verhaftet wurde, später NATO-Oberbefehlshaber war. In dieser Tradition groß geworden, verfasste Peter Graf Kielmansegg eine umfassende Studie zur Geschichte Deutschlands zwischen 1945 und 1989 ("Nach der Katastrophe").
Ab 1957 studierte er Rechtswissenschaften und Geschichte in Bonn, Kiel und Tübingen. 1964 wurde er mit der Arbeit "Freiherr vom Stein“ " in Bonn promoviert. 1971 habilitierte er sich an der Universität Darmstadt bei Eugen Kogon. 1971 erhielt Peter Graf Kielmansegg einen Ruf als Professor an die Universität zu Köln, 1976 eine Gastprofessur an der Georgetown University in Washington, D.C. Von 1985 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002 war er Professor für Politische Wissenschaften an der Universität Mannheim und veröffentlicht zahlreiche Bücher. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschichte des politischen Denkens und der Zeitgeschichte, besonders zum Ersten weltkrieg und zur jüngeren deutschen Geschichte. Peter Graf Kielmansegg entwickelte ein Totalitarismus-Modell zur Definition und Erklärung totalitärer Systeme.

Auf Schloss Ettersburg wird er mit Christian Carius über die Zukunft Europas reden. Weil das Projekt der Einigung Europas fraglos historischen Rang hat, war man jedenfalls in Deutschland über Jahrzehnte der Auffassung, es dürfe darüber nicht gestritten werden: Das Beinahe-Scheitern der Währungsunion aber habe, so Graf Kielmansegg, gezeigt, dass das dem Projekt nicht gut bekommen sei. Die Frage, wie es weitergehen solle mit dem europäischen Projekt, muss von nun an ohne Konsenszwänge diskutiert werden. Graf Kielmansegg geht das Thema Europa offen, unbefangen und sehr nachdenklich an. Im Mittelpunkt seines Vortrages am 18. Mai auf Schloss Ettersburg wird die Frage stehen, ob und wie das fortschreitende Integrationsprojekt und die Bewahrung substantieller Demokratie miteinander vereinbar gemacht werden können.

Foto Für Kielannsegg
Graf Kielmansegg (l.) und Landtagspräsident Christian Carius (r.)