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Carius: Fuchs war Bürgerrechtler mit Rückgrat


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© Thüringer Landtag

„Fuchs hat nie Konflikte mit dem DDR-Regime gescheut“, so Carius weiter. „Und nicht selten dabei persönliche Nachteile in Kauf genommen. Es ist zudem unumstritten, dass Jürgen Fuchs sich nach 1989/90 maßgeblich um die Aufklärung der Verbrechen der DDR-Staatssicherheit verdient gemacht hat.“

Jürgen Fuchs (1950 – 1999) wurde u. a. in den 70er Jahren wegen seiner Gedichte und Prosawerke von der Friedrich-Schiller-Universität Jena „politisch zwangsexmatrikuliert“. Wegen so genannter „Staatsfeindlicher Hetze“ wurde der Regimegegner Fuchs für 281 Tage ins Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert und danach 1977 zur Ausreise nach West-Berlin gezwungen. Mit einer Bomben-Explosion vor seinem Haus und der Sabotage der Bremsschläuche seines Autos wurden sogar Anschläge auf ihn verübt.

Fuchs wurde 1950 in Reichenbach (Vogtland) geboren und starb 1999 in Berlin. Der Publizist studierte und lebte in den 70er Jahren in Jena. Zur Erinnerung an Fuchs wurde im Foyer des Thüringer Landtags eine Informationsstele installiert, die Straße vor dem Landesparlament heißt seit 2002 Jürgen-Fuchs-Straße. Damit und dem Themenabend am kommenden Dienstag will das Landesparlament sein besonderes Engagement für das Andenken an den Bürgerrechtler und Schriftsteller prägnant deutlich machen.

Der Einladung des Landtagspräsidenten Carius und des Landesbeauftragten des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Christian Dietrich zum Themenabend, der anlässlich des 65. Geburtstags von Fuchs (19. Dezember 1950) im Landtag stattfand, folgten ca. 100 interessierte Gäste. An der Fuchs-Hommage nahmen neben dem ehemaligen Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Döring auch die Publizisten Doris Liebermann, Udo Scheer (Fuchs-Biograph), Siegfried Reiprich, Stephan Krawczyk und Katja Wildermuth teil.