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Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus


Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

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© Thüringer Landtag

Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus erinnern Landtag und Landesregierung heute (13.00 Uhr) mit einer Gedenkveranstaltung im Plenarsaal des Thüringer Landtags an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Gedenkveranstaltung eröffnen Landtagspräsidentin Birgit Diezel und Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht mit einer Ansprache. Éva Pusztai, Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, wird die Gedenkrede halten. Danach (15.30 Uhr) findet eine Kranzniederlegung auf dem ehemaligen Appellplatz der Gedenkstätte Buchenwald zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus statt.

Landtagspräsidentin Birgit Diezel erinnert in ihrer Ansprache an die Millionen von Opfern, die der Nationalsozialismus in aller Welt gefordert hat. Ihnen sei das Gedenken gewidmet. „Wir gedenken ihrer in Trauer. In unser Gedenken eingeschlossen sind alle Kinder, Frauen und Männer, die in den Konzentrationslagern und Ghettos ihrer Hoffnungen, ihrer Würde und schließlich ihres Lebens beraubt wurden. Unsere Worte und Sprache reichen nicht, unserer Trauer und unserem Entsetzen über dieses Inferno Ausdruck zu verleihen. Als Nation tragen wir schwer daran, dass Millionen Menschen von den deutschen Nationalsozialisten und ihren Verbündeten entwürdigt, entrechtet, enteignet, vertrieben, gefoltert und ermordet wurden. Uns belastet das Wissen, dass die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten nicht das mörderische Werk einiger weniger war“, so Frau Diezel in ihrer Rede.

Die Landtagspräsidentin bekräftigt das Bekenntnis, nicht zu vergessen. In der Erinnerung seien die Opfer der Nationalsozialisten, die wegen ihrer Nationalität, Religion oder politischen Einstellung verfolgt wurden, lebendig: „Wir verneigen uns in ehrendem Gedenken vor allen, die Rassenwahn, Grausamkeit und Intoleranz zum Opfer fielen. Sie bleiben unvergessen“, so Frau Diezel.
 
„Mit dieser Gedenkstunde wollen wir versuchen, den Opfern etwas zurückzugeben, was ihnen die Nationalsozialisten auf brutalste Weise raubten: ihre Würde. Wir tun dies mit dem Versprechen, stets und überall für die universellen Menschenrechte einzutreten. Dieses Versprechen müssen wir immer wieder erneuern. Denn Antisemitismus und Rassismus sind bis heute nicht vollständig überwunden. Nicht in Deutschland und Europa und leider auch nicht auf den anderen Kontinenten dieser Welt“, so die Landtagspräsidentin.
 

Am Vormittag des Gedenktags fanden Zeitzeugengespräche in den Räumen des Thüringer Landtags statt. Überlebende des Konzentrationslagers Buchenwald haben vor rund 200 Schülern über ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichtet. „Es ist unsere moralische Verpflichtung, den Überlebenden des Holocaust zuzuhören, deren Zeugnis im Herzen zu bewahren und zugleich in die Welt zu tragen“, so die Landtagspräsidentin. „Wir bewahren es für die kommenden Generationen, deren Aufgabe es sein wird, den Schutz der Menschlichkeit im 21. Jahrhundert überall auf der Welt zu gewährleisten.“

Am 27. Januar vor 69 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Jedes Jahr wird mit dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus an dieses Ereignis erinnert. Der Gedenktag wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt. 

Ansprache der Landtagspräsidentin
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Gedenkrede von Éva Pusztai
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