Inhalt

150. Geburtstag von Ricarda Huch

Diezel: Landtag erinnerte an streitbare Demokratin
Diezel: Landtag erinnerte an streitbare Demokratin

150. Geburtstag Ricarda Huch

Sie benötigen den Flash-Player um dieses Video anzuzeigen.

© Thüringer Landtag

Anlässlich des 150. Geburtstags von Ricarda Huch lud der Thüringer Landtag am 3. Juli 2014 zu einer Gedenkveranstaltung ein. 

Ricarda Huch, streitbare Demokratin und eine der bekanntesten deutschen Autorinnen ihrer Zeit, lebte über ein Jahrzehnt in Jena, erhielt 1946 von der dortigen Universität die Ehrendoktorwürde und eröffnete im März 1946 als Alterspräsidentin die Beratende Landesversammlung Thüringens.

Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU) sagte im Vorfeld der Veranstaltung: „Der Freistaat Thüringen erinnert an eine einzigartige Frau und herausragende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts, die ihren Lebensabend in der Universitätsstadt Jena verbrachte. Große Erfolge konnte sie erringen. Aber es waren immer auch schwer und gegen viele gesellschaftliche Widerstände errungene Triumphe. So war sie eine der ersten Studentinnen Deutschlands und eine ausgezeichnete Wissenschaftlerin sowie anerkannte Historikerin. Obwohl große Teile ihres vielgestaltigen Werkes nicht in Thüringen entstanden, so verstehen wir es dennoch als unsere Aufgabe, mit einer Gedenkfeier an sie zu erinnern. Denn aus der wechselvollen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts ragt sie als über jeden Zweifel erhabene Verfechterin eines moralischen Deutschlands heraus.“

Landtagspräsidentin Birgit Diezel und Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht haben die Veranstaltung mit einer Ansprache eröffnet. Der Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prof. Dr. Klaus Dicke, sprach ein Grußwort, die Festrede hielt Prof. Dr. Hartmut Scheible von der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Ricarda Huch wurde am 18. Juli 1864 in Braunschweig geboren. Ihr Studium der Geschichte, Philosophie und Philologie in Zürich schloss sie 1891 mit der Promotion ab. In dieser Zeit veröffentlichte sie erste literarische Werke. Ihre Lyrik, Prosa, historischen und religionsphilosophischen Schriften ließen sie zu einer der bekanntesten deutschen Autorinnen werden. 1931 erhielt Ricarda Huch den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main. Aus Protest gegen den Nationalsozialismus trat sie 1933 aus der Preußischen Akademie der Künste aus und lebte seit 1936 mit Tochter und Schwiegersohn in Jena. Die dortige Wohnung war eine Möglichkeit des gegenseitigen Austauschs für Gegner des NS-Regimes. 1946 erhielt Ricarda Huch die Ehrendoktorwürde der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität und eröffnete als Alterspräsidentin die Beratende Landesversammlung Thüringen. Durch ihren Umzug 1947 nach Frankfurt am Main entzog sie sich der wachsenden zweiten deutschen Diktatur in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone. Bald darauf starb Ricarda Huch infolge einer Lungenentzündung in Schöneberg im Taunus.