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Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Landtagpräsident Christian Carius bei seiner Ansprache anlässlich der Gedenkveranstaltung im Thüringer Landtag

Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus erinnern Landtag und Landesregierung heute (10.00 Uhr) mit einer Gedenkveranstaltung im Plenarsaal des Thüringer Landtags an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Gedenkveranstaltung eröffnen Landtagspräsident Christian Carius und Ministerpräsident Bodo Ramelow mit einer Ansprache. Pavel Kohn, Überlebender der Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz und Buchenwald hält die Gedenkrede. Danach (14.00 Uhr) findet eine Kranzniederlegung auf dem ehemaligen Appellplatz der Gedenkstätte Buchenwald zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus statt.

Gedenkreden, Kranzniederlegung und Zeitzeugen

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© Thüringer Landtag

Landtagspräsident Christian Carius erinnert in seiner Ansprache an die Opfer der menschenverachtenden NS-Ideologie und der verbecherischen Taten während der Hitler-Diktatur. Ihnen sei das Gedenken gewidmet. „Immer noch oder wieder gibt es Kräfte in diesem Land, die das Geschehene relativieren, verharmlosen. Das erfüllt uns mit Trauer und Scham. Und das macht uns bewusst: Der Kampf gegen den Antisemitismus, den Rassismus, die nationalsozialistische Ideologie ist nicht allen Aufgabe einer wie auch immer gearteten historischen Aufarbeitung. Dieser Kampf ist für alle anständigen Menschen eine dauerhafte Verpflichtung – für die Gegenwart und darüber hinaus.“

„Vor 70 Jahren, am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Wir gedenken an diesem Tag der Opfer des Holocaust, und wir erinnern zugleich an alle Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedemütigt, entrechtet, verfolgt, gequält, ermorden wurden: die Sinti und Roma, die Behinderten, die Homosexuellen, die politisch Verfolgten, die verfolgten Christen. Wir erinnern an die Millionen Zwangsarbeiter. Und wir verneigen uns vor den Männern und Frauen des Widerstandes, für das ‚andere Deutschland‘ stand“, so Christian Carius in seiner Rede.

„Ihr Schicksal ist bleibende Verpflichtung für uns alle. Und diese Verpflichtung bedeutet auch: Wir müssen aufklären über die Vergangenheit. Ihr Leben und die verlorenen Jahre können wir den Opfern nicht zurückgeben. Aber sie haben einen Anspruch darauf, dass wir alle uns dieser Vergangenheit stellen, auch jene, die wie ich, Jahrzehnte später geboren sind“, so der Landtagspräsident weiter.

Am gestrigen Montag fanden Zeitzeugengespräche in den Räumen des Thüringer Landtags statt. Überlebende des Konzentrationslagers Buchenwald haben vor etwa 140 Schülern über ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichtet. „Diese Erfahrungen mahnen uns zur Wachsamkeit. Sie sind Auftrag und Verpflichtung zugleich, das hohe Gut einer lebendigen Demokratie stets wertzuschätzen, die unteilbare Würde des Menschen zu achten und zu schützen, Menschlichkeit zu zeigen und Achtung und Toleranz füreinander aufzubringen. Es ist zudem unsere Pflicht, unseren demokratischen Rechtsstaat nicht nur zu schätzen, sondern ihn stets gegen extremistische Umtriebe zu verteidigen“, sagte Christian Carius.

Heute vor 70 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Jedes Jahr wird mit dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus an dieses Ereignis erinnert. Der Gedenktag wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt.

Ansprache
des Landtagspräsidenten Christian Carius
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Grußwort
des Ministerpräsidenten Bodo Ramelow
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Grußwort
Pavel Kohn
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